UNESCO-Biosphärenreservate sind Modellregionen für nachhaltige Entwicklung. Sie gehören zum MAB-Programm (Man and the Biosphere) der UNESCO und zeigen, wie sich der Schutz der biologischen Vielfalt mit den Bedürfnissen der Menschen verbinden lässt. Ziel ist es, wertvolle Natur- und Kulturlandschaften zu erhalten, nachhaltiges Wirtschaften zu fördern und gemeinsam Lösungen für Herausforderungen wie den Klimawandel zu entwickeln. In Deutschland sind UNESCO-Biosphärenreservate Teil der Nationalen Naturlandschaften – dem Netzwerk der deutschen Nationalparke, Naturparke und Biosphärenreservate. Die Nationalen Naturlandschaften stehen für den Schutz wertvoller Landschaften, den Erhalt der biologischen Vielfalt und eine nachhaltige Entwicklung im Einklang mit den Menschen, die in diesen Regionen leben und arbeiten.
Weltweit gibt es über 700 UNESCO-Biosphärenreservate, 17 davon in Deutschland.
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Die Zonen eines Biosphärenreservats
Jedes UNESCO-Biosphärenreservat ist in drei Zonen gegliedert.
1. Kernzone dient dem Schutz der Natur. Hier können sich natürliche Prozesse unbeeinflusst entwickeln. Forschung und Umweltbeobachtung sind möglich.
2. Pflegezone (Pufferzone) schützt die Kernzone und bewahrt wertvolle Lebensräume. Sie ermöglicht naturverträgliche Nutzungen sowie Umweltbildung und wissenschaftliche Untersuchungen.
3. Entwicklungszone ist Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum. Hier leben und arbeiten Menschen. Nachhaltige Landwirtschaft, Fischerei, Tourismus, Handwerk und regionale Wertschöpfung werden so gestaltet, dass sie Natur und Landschaft langfristig erhalten.
Das UNESCO-Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen
Grafik: Übersichtskarte des Biosphärenreservats wird durch NP noch zu Verfügung gestellt
Das UNESCO-Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen wurde 1990 anerkannt. Es umfasst den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer mit seinen Kern- und Pflegezonen sowie die Entwicklungszone mit den bewohnten Halligen Gröde, Hooge, Langeneß, Oland und Nordstrandischmoor . Seit 2023 gehört auch die Insel Pellworm zur Entwicklungszone.
Das Biosphärenreservat verbindet eine weltweit einzigartige Naturlandschaft mit einer seit Jahrhunderten gewachsenen Kulturlandschaft. Das Wattenmeer zählt zu den größten zusammenhängenden Wattlandschaften der Erde und ist zugleich Teil des UNESCO-Weltnaturerbes. Millionen Zugvögel nutzen es jedes Jahr als Rastplatz. Salzwiesen, Wattflächen und Priele bieten zahlreichen spezialisierten Tier- und Pflanzenarten einen wertvollen Lebensraum.
Die Halligen und Pellworm bilden die Entwicklungszone des Biosphärenreservats. Hier stehen nachhaltiges Leben und Wirtschaften, Küstenschutz und der Erhalt der einzigartigen Kulturlandschaft im Mittelpunkt. Die Bewohnerinnen und Bewohner gestalten aktiv eine lebenswerte Zukunft in einer Region, die besonders vom Klimawandel und dem Meeresspiegelanstieg betroffen ist.
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